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    Eisenmangel

    15 bis 20 % der Frauen im Menstruationsalter haben einen Eisenmangel, rund 3 % eine Eisenmangelanämie. Typische Anzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Haarausfall, brüchige Nägel und unruhige Beine.

    Behandlungspfad

    So gehen wir vor

    Die Behandlung der ersten Wahl ist die orale Eisensubstitution. Eisentabletten, jeden zweiten Tag eingenommen, werden am besten aufgenommen. Eiseninfusionen setzen wir nur ein, wenn sie medizinisch begründet sind.

    01

    Symptome

    Müdigkeit, Leistungsabfall, Haarausfall oder brüchige Nägel weisen auf einen möglichen Eisenmangel hin.

    02

    Labortest

    Wir messen CRP, Hämatogramm, Ferritin und Transferrinsättigung. Das CRP zeigt Entzündungen, die den Ferritinwert verfälschen würden.

    03

    Orale Substitution

    Bei nachgewiesenem Eisenmangel nehmen Sie während 2 Monaten jeden zweiten Tag Eisentabletten ein.

    04

    Falls nötig: Infusion

    Bei schlechter Verträglichkeit oder ungenügender Wirkung wechseln wir auf eine intravenöse Eisengabe in der Praxis.

    05

    Kontrolle nach 6 Monaten

    Eine Labornachkontrolle bestätigt den Behandlungserfolg.

    Eisenhaltige Lebensmittel

    Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Eisenversorgung. Angaben in Milligramm Eisen pro 100 g.

    Fleisch & Innereien

    • Blutwurst30mg / 100 g
    • Schweineleber18mg / 100 g
    • Rindfleisch2.1mg / 100 g

    Hülsenfrüchte

    • Sojabohnen (getrocknet)9.7mg / 100 g
    • Linsen (getrocknet)8mg / 100 g
    • Kichererbsen (getrocknet)6.1mg / 100 g
    • Tofu5.4mg / 100 g

    Nüsse & Kerne

    • Kürbiskerne11.2mg / 100 g
    • Pinienkerne9.2mg / 100 g
    • Mandeln4.2mg / 100 g

    Getreide & Körner

    • Weizenkleie15mg / 100 g
    • Hirseflocken9mg / 100 g
    • Haferflocken4.2mg / 100 g

    Gemüse

    • Schwarzwurzel3.3mg / 100 g
    • Spinat2.7mg / 100 g
    • Grüne Erbsen1.9mg / 100 g

    Fisch & Eier

    • Austern5.8mg / 100 g
    • Eigelb5.5mg / 100 g
    • Ölsardinen2.5mg / 100 g

    Eisen aus tierischen Quellen (Häm-Eisen) wird besser aufgenommen als pflanzliches Eisen. Vitamin C – etwa ein Glas Orangensaft – verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.

    FAQ

    Häufige Fragen zum Eisenmangel

    Warum bekomme ich nicht sofort eine Eiseninfusion?

    Weil es medizinisch selten nötig ist. Eisentabletten füllen die Speicher bei den meisten Menschen zuverlässig auf und sind sicherer und günstiger. Die Schweizer Fachgesellschaft SGAIM empfiehlt ausdrücklich, keine Infusion ohne vorherigen Therapieversuch mit Tabletten. Bei Unverträglichkeit, ungenügendem Ansprechen oder Aufnahmestörungen infundieren wir direkt in der Praxis.

    Wie schnell wirkt die Behandlung?

    Das Blutbild bessert sich meist innerhalb von etwa vier Wochen, das Energieniveau oft etwas später. Die Eisenspeicher brauchen rund zwei bis drei Monate, um sich zu füllen. Nach sechs Monaten kontrollieren wir das Labor, um den Erfolg zu bestätigen.

    Welche Nebenwirkungen haben Eisentabletten?

    Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung oder dunkler Stuhlgang. Die Einnahme jeden zweiten Tag verbessert die Verträglichkeit deutlich. Bei anhaltenden Beschwerden prüfen wir Alternativen bis hin zur intravenösen Gabe.

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