Eisenmangel
15 bis 20 % der Frauen im Menstruationsalter haben einen Eisenmangel, rund 3 % eine Eisenmangelanämie. Typische Anzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Haarausfall, brüchige Nägel und unruhige Beine.
So gehen wir vor
Die Behandlung der ersten Wahl ist die orale Eisensubstitution. Eisentabletten, jeden zweiten Tag eingenommen, werden am besten aufgenommen. Eiseninfusionen setzen wir nur ein, wenn sie medizinisch begründet sind.
Symptome
Müdigkeit, Leistungsabfall, Haarausfall oder brüchige Nägel weisen auf einen möglichen Eisenmangel hin.
Labortest
Wir messen CRP, Hämatogramm, Ferritin und Transferrinsättigung. Das CRP zeigt Entzündungen, die den Ferritinwert verfälschen würden.
Orale Substitution
Bei nachgewiesenem Eisenmangel nehmen Sie während 2 Monaten jeden zweiten Tag Eisentabletten ein.
Falls nötig: Infusion
Bei schlechter Verträglichkeit oder ungenügender Wirkung wechseln wir auf eine intravenöse Eisengabe in der Praxis.
Kontrolle nach 6 Monaten
Eine Labornachkontrolle bestätigt den Behandlungserfolg.
Eisenhaltige Lebensmittel
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Eisenversorgung. Angaben in Milligramm Eisen pro 100 g.
Fleisch & Innereien
- Blutwurst30mg / 100 g
- Schweineleber18mg / 100 g
- Rindfleisch2.1mg / 100 g
Hülsenfrüchte
- Sojabohnen (getrocknet)9.7mg / 100 g
- Linsen (getrocknet)8mg / 100 g
- Kichererbsen (getrocknet)6.1mg / 100 g
- Tofu5.4mg / 100 g
Nüsse & Kerne
- Kürbiskerne11.2mg / 100 g
- Pinienkerne9.2mg / 100 g
- Mandeln4.2mg / 100 g
Getreide & Körner
- Weizenkleie15mg / 100 g
- Hirseflocken9mg / 100 g
- Haferflocken4.2mg / 100 g
Gemüse
- Schwarzwurzel3.3mg / 100 g
- Spinat2.7mg / 100 g
- Grüne Erbsen1.9mg / 100 g
Fisch & Eier
- Austern5.8mg / 100 g
- Eigelb5.5mg / 100 g
- Ölsardinen2.5mg / 100 g
Eisen aus tierischen Quellen (Häm-Eisen) wird besser aufgenommen als pflanzliches Eisen. Vitamin C – etwa ein Glas Orangensaft – verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.
Häufige Fragen zum Eisenmangel
Warum bekomme ich nicht sofort eine Eiseninfusion?
Weil es medizinisch selten nötig ist. Eisentabletten füllen die Speicher bei den meisten Menschen zuverlässig auf und sind sicherer und günstiger. Die Schweizer Fachgesellschaft SGAIM empfiehlt ausdrücklich, keine Infusion ohne vorherigen Therapieversuch mit Tabletten. Bei Unverträglichkeit, ungenügendem Ansprechen oder Aufnahmestörungen infundieren wir direkt in der Praxis.
Wie schnell wirkt die Behandlung?
Das Blutbild bessert sich meist innerhalb von etwa vier Wochen, das Energieniveau oft etwas später. Die Eisenspeicher brauchen rund zwei bis drei Monate, um sich zu füllen. Nach sechs Monaten kontrollieren wir das Labor, um den Erfolg zu bestätigen.
Welche Nebenwirkungen haben Eisentabletten?
Am häufigsten sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung oder dunkler Stuhlgang. Die Einnahme jeden zweiten Tag verbessert die Verträglichkeit deutlich. Bei anhaltenden Beschwerden prüfen wir Alternativen bis hin zur intravenösen Gabe.
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Wir nehmen uns Zeit für Ihre Abklärung und beraten Sie persönlich.